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Sarek 2007

Hinweis: Alle GPS-Koordinaten sind entsprechend der üblichen Wanderkarte für den Sarek (Fjällkartan BD 10, Sareks nationalpark, Topografisk karta 1:100000) Angaben im Swedish Grid nach dem RT 90 Koordinatensystem.

Wieder war die Digitalkamera dabei, daher auch wieder Photos im Netz.

Hinter Parek, 10.08.07

(GPS 02-02): O1582831 N7446728 SG, h 902 mNN

Obwohl heute schon die dritte Nacht im Zelt bevorsteht, erst jetzt der erste Eintrag hier. Die letzten beiden Übernachtungen waren bei:
(GPS 07-01) X7434887 Y1586631 SG (GPS 07-02) X7438946 Y1586554 SG

Man sieht: Wir lassen uns Zeit - es fährt aber auch erst am 20.8. morgens der Bus zurück ab Kvikkjokk, so daß es reicht, wenn wir am 19. wieder dort sind.

Jetzt (mittlerweile ist es der 11.8.) nieselt es draußen, während gestern eigentlich ständig strahlender Sonnenschein herrschte. Unten in den Wäldern und Sümpfen unzählige Mücken, unzählige Stiche auch bei uns (ich konnte zeitweise die Armbanduhr nicht anziehen, weil das Handgelenk zu sehr geschwollen war von den Stichen), aber auch viele verschiedene Schmetterline (eine Bläulingsorte wirklich zahlreich) und große Libellen. In den Sümpfen auch viele Frösche, von winzig klein bis ziemlich groß, gesehen, in vielen verschiedenen Musterungen, also bestimmt auch verschiedene Sorten.

Zum ersten Mal im Sarek ist mir dieses Jahr mutmaßlich ein Riesenbärenklau an einer Flußquerung aufgefallen. Ich hoffe, der nimmt nun nicht auch hier überhand, wir haben ihn aber vorschriftsgemäß stehenlassen

Heute wollen wir es bis zu dem Basislagerplatz für den Aufstieg zum Observatorium schaffen, sobald es draußen trockener aussieht.

Mein persönlicher Tip für's Tagesziel:
(GPS 07-P01) X7450000 Y1579000SG

Ebendort, 1204 MET DST

Wir sitzen im (neuen) Zelt und warten, daß sich der Nebel verzieht, der im Laufe des Frühstücks immer weiter heruntergezogen war und uns jetzt umgibt. Außerdem nieselt es leicht.

Anschaffung für's nächste Jahr: Wasserdichte und robuste Packtaschen für die "Anbauteile" am Rucksack, wie Isomatte, Zelt, etc.

Da (zumindest Luftlinie) das Basislager-Ziel nur knapp 6 km von hier entfernt ist, sollten wir es auch noch erreichen können, wenn wir relativ spät hier aufbrechen.

Am Parte, 11.08.07, 2113 MET DST

(GPS 07-04): X7449307 Y1579071 SG, h 1121 mNN

Nun sind wir doch nicht mehr ganz bis zu dem angepeilten Ziel gegangen, sondern haben 713m (laut GPS) vorher das Lager aufgeschlagen und erstmal zum Basislager für die Besteigung erklärt.

Zwei Gründe hierfür: Es ist hier oben sehr neblig, so daß man kaum sieht, wo der Aufstieg gut wäre - der Gipfel läßt sich überhaupt nicht sehen; wir sind eigentlich nur anhand der Koordinaten sicher, im richtigen Flußeinschnitt hochzugehen. Zweitens liegt vor uns die zweite von drei Flußquerungen vor dem Ende dieses Tals. Dieser Fluß hier ist etwa halb (längs geteilt!) mit Schnee gefüllt, die andere Hälfte recht reißend. Wir müssen bei Tageslicht und ohne Nebel genauer ansehen, wie und wo wir den queren können.

Jetzt ist es 2205h: In der Zwischenzeit gab es noch Pilzcremesuppe mit Kartoffel- und Erbsenpuree und Croutons als Abendbrot. Ich schließe jetzt, denn ich kann kaum etwas erkennen.

Ebendort, 12.08.07, 1826 MET DST

Den ganzen Tag über umgab uns dichter Nebel, die Sichtweite vielleicht bei 30 Metern, manchmal kurzzeitig mehr. Vorhin waren wir kurz draußen, um Wasser zu holen und uns die Beine zu vertreten, aber jetzt haben wir uns wieder ins Zelt verkrochen, eine Runde gewürfelt, und nun kocht Miriam das Abendessen - auf ein Frühstück hatten wir verzichtet, nur etwas Schokolade gegessen im Laufe des Tages.

Das neue Zelt tropft - zumindest im Innenzelt sind wir trocken, aber die Rucksäcke im Vorzelt mußten wir abdecken mit den Regenjacken. Bei dem Preis eine Reklamation wert, denke ich, selbst beim Zelten "in den Wolken" sollte Regen nicht durch die Reißverschlüsse tropfen.

Am 16. sollten wir hier wieder aufbrechen, um rechtzeitig in Kvikkjokk zu sein - ich hoffe, es klart rechtzeitig vorher auf, so daß wir auf den Partetjakka und zum Observatorium können - der 15. wäre dafür der späteste Termin.

Den Fluß, den es noch zu queren gilt, hatten wir uns vorhin angesehen: Er ist unterhalb der Schneefelder, kurz vor der Mündung in den Säkokjakka, wohl auch ohne Waten zu queren, so daß der Weg zum Gipfel klar scheint - wenn der Nebel sich verzieht. Bei der derzeitigen Sicht graut mir allerdings selbst vor dem Rückweg Richtung Parek.

Ebendort, 13.08.07, 1527 MET DST

Weiterhin Nebel, aber nicht mehr ganz so dicht. Der Gipfel jedoch nicht zu sehen durch die Wolken.

Heute mittag sind wir ein Stück in Richtung Berg gegangen, etwa eineinhalb Kilometer - ohne Gepäck überhaupt kein Problem und man kommt schnell voran. Der wirkliche Aufstieg allerdings käme auch erst kurz nach der Stelle, wo wir heute wieder umdrehten.

Am Vormittag kamen drei Wanderer an unserem Lager vorbei, Schweden, mit denen ich mich etwas unterhielt. Sie kamen über den Einschnitt zwischen Tjierna und Partetjakka, meinten aber, das sei dort unangenehm steil abzusteigen gewesen. Eigentlich wollten die wohl bergsteigen, sind dann aber vom schlechten Wetter daran gehindert worden - nun waren sie auf dem Weg nach Kvikkjokk über Parek. Den Besuch des Observatoriums legten sie uns auch im Nebel nahe, der Aufsteig sei nicht steil und ungefährlich, "immer an dem Schneefeld lang".

Ebendort, 14.08.07, 1748 MET DST

Heute morgen war das Wetter vielversprechend: Leicht bewölkt, trocken, und ab und an kamen blaue Flecken Himmel über uns hinweggezogen. Also sind wir um 10 Uhr aufgebrochen, den Gipfel zu besteigen: Ein anstrengend Aufsteig über die verschiedenen Körnungen Geröllfelder - aber um 13 Uhr genau war das Observatorium erreicht - und auch der Geocache gelogged.

Von den ganzen Meßgeräten, die dort ursprünglich in Betrieb waren, scheint nichts mehr heil zu sein: Den Niederschlagsschreiber erkannte ich zwar nach einem Photo aus dem Web, aber in dem Schreibergehäuse war nur noch ein Gewirr aus Holzbrettern, Drahtseilen und Metallrädern zu sehen, keinesfalls mehr ein funktionsfähiger Mechanismus. Einzig intakt schien eine modernere Wetterstation zu sein, mit Solarzellen auf der Tür. Da aus der irgendwie auch Daten abgeholt werden müssen, muß wohl diese Station doch ab und zu von wissenschaftlichem Personal besucht werden. Was genau das Ding messen konnte, konnte ich den Fühlern aber nicht ansehen.

Das Haus selbst war rundum verschlossen, nach einer Aufschrift 1960 gestrichen worden, und man möge sich bei Bedarf an einen Professor in Upsala wenden - siehe Photo.

Lange konnten wir uns leider nicht auf der Station aufhalten, denn es fing - ziemlich überraschend - an zu regnen, so daß wir wieder mit dem Abstieg begannen. Untenherum sind wir völlig durchnäßt worden, oben hielten die Regenjacken trocken. Während des Abstiegs donnerte es kräftig - wir hatten wohl ein kurzes Gewitter erwischt.

Nach kurzer Zeit (und reichlich Regen) hörte es allerdings langsam wieder auf zu regnen, und noch etwas später kam die Sonne wieder heraus, die schon den ganzen Aufstieg über geschienen hatte. So wurde auch der Abstieg ganz vergnüglich, mit einem roten Schmetterling (den wir leider nicht genauer bestimmen konnten, bevor er verschwand) und einem Lemming unterwegs.

Um 1600h wieder unten am Zelt angekommen, gab es nun gerade den schon bewähren Elch-Nudel-Topf von Globetrotter und zum Nachtisch Erdbeerkaltschale als Belohnung.

Auf dem hier benachbarten zugeschneiten Fluß haben Miriam und ich uns übrigens gegenseitig mit je einem Schneeball beworfen - nur, um im August mal eine Schneeballschlacht gehabt zu haben!

Nördlich Parek, 15.08.07, 1948 MET DST

(GPS 07-05): X7445767 Y1584482 SG)

Die Mücken haben uns wieder. Heute Mittag waren wir um 12 Uhr aufgebrochen vom letzten (langen) Lager, nach ziemlich genau fünf Stunden (mit diversen ausgedehnten Pausen) haben wir diesen Zeltplatz hier gefunden - wegen des Windes hätten wir nur vor oder nach den Sümpfen lagern können, und damit der Rückweg nicht zu schnell geht, sind wir nun bei Parek geblieben.

Morgen geht's dann durch die Sümpfe, aber wohl noch nicht wieder ganz bis Kvikkjokk zurück.

Ebendort, 16.08.07, 1356 MET DST

Es regnet seit halb sechs Uhr morgens, ich war davon aufgewacht. Nun sitzen oder liegen wir im Zelt herum, die kurzen Regenpausen bisher reichten gerade zur Verrichtung der Notdurft.

Jetzt gerade hat der Regen wieder aufgehört, es war kurzzeitig sogar etwas heller, aber wie sehr der Ruhe zu trauen ist, muß sich wohl noch herausstellen.

Immerhin haben wir bisher offenbar sehr sparsam gelebt, so daß wir es uns jetzt leisten können, aus Langeweile an den Vorräten zu knabbern.

Am Unna Dahta, 17.08.08, 1945 MET DST

(GPS 07-06): X7437265 Y1586241 SG

Heute morgen sah das Wetter vielversprechend aus, so daß wir gegen 10 Uhr aufgebrochen sind. Inmitten der Sümpfe südlich Parek wurde der Himmel dunkelgrau und es donnerte, so daß wir bei `(GPS 04-02) das Zelt aufbauten, um für den Fall des Unwetters dort Zuflucht suchen zu können - aber nach einem etwa halbstündigen Regenguß kam die Sonne wieder hervor, so daß wir dann den Weg hierher fortsetzten.

Wir tranken vorhin eine Vitamintablette in dem Seewasser hier, ich hoffe, das ist unschädlich: Es springen kleine Tierchen darauf herum und es liegt (allerdings diverse Meter entfernt) seltsamer Müll drin: Bierdosen und anscheinend Trinkbecher. Ansonsten scheint das Wasser aber genießbar, klar, geruchlos, etwas eisenhaltig nach Farbe und Geschmack. Ansonsten nehmen wir das Seewasser jetzt nur noch gekocht, in den Flaschen sind noch "gute" Vorräte aus dem Sarek.

Auch hier wieder, in krassem Unterschied zum Hochgebirge: Unmengen von Mücken.

STF Fjällstation Kvikkjokk, 18.08.07, 1926 MET DST

Heute morgen in schönem Sonnenschein am See aufgestanden und in aller Ruhe die Sachen gepackt, dann waren wir gegen Mittag losgegangen. Unterwegs sind wir noch in einen leichten und kurzen Regenschauer gelangt, als sich aber schon der große Fluß, der die Nähe zu Kvikkjokk ankündigte, vernehmen ließ.

Nun sitzen wir in einem riesigen Appartement in der Fjällstation, wo wir uns für zwei Übernachtungen eingekauft haben, bei heißem Tee und frischgekauften Chips "Knoblauch und Preiselbeere". Draußen scheint die Sonne, und von hier oben haben wir einen luxuriösen Blick über Fluß, Wasserfall und See auf die umliegenden Berge.

Morgen werden wir wohl noch einen Tagesausflug unternehmen, übermorgen vormittag geht der Bus über Murjek zum Zug in Richtung Stockholm.