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Sarek 2008

Hinweis: Alle GPS-Koordinaten sind entsprechend der üblichen Wanderkarte für den Sarek (Fjällkartan BD 10, Sareks nationalpark, Topografisk karta 1:100000) Angaben im Swedish Grid nach dem RT 90 Koordinatensystem.

Photo of a wide mountain landscape

Wieder war die Digitalkamera dabei, daher auch wieder Photos im Netz.

Unterwegs, 30.08.08, 18.51 Uhr

(GPS 08-03): O1559285 N7480810 SG

1. Tag: 5h Wanderzeit, (GPS 08-01): O1560090 W7497185 SG
2. Tag: 8.20h Wanderzeit, (GPS 08-02): O1557811 W7486305 SG
3. Tag: 7h Wanderzeit.

Auf der Herfahrt mit dem Bus von Gällivare nach Ritsem schon einen Elch in der Gegend stehen sehen - erster Vorbote des Nordlands. Auf (in) der "Storlule" über den See ein Thermometer: 13°C.

Auf der "wilden" Seite angekommen, waren, wie vom Busfahrer angekündigt, die Bäche und Sümpfe ziemlich trocken - gut für das Durchwandern, schlecht für die Ausbeute an Multebeeren - die ist bisher gleich Null.

Die ersten zwei Tage dann immer wieder Nieselregen, am ersten Tag fast ohne Pause, aber wir wollten ja noch bis zur Kisurisstuga und dort in der Nähe zelten.
Als Ausgleich für die entgangenen Multebeeren hat sich Miriam dann durch die anderen Beeren probiert: Wacholder-, Krähen- und Blaubeeren wurden gepflückt. Die Wacholderbeeren ins Kartoffelpürree zu tun haben wir dann vergessen.

Am Jakkjakken Schokoladenpause eingelegt, diverse andere deutsche Wanderer getroffen, von denen aber nur einer auch in den Sarek wollte - leicht andere Route, aber womöglich treffen wir ihn ja nochmal auf dem Weg von Alkavare zur Mikkastuga.

Am zweiten Tag erst kurz vor Mittag losgegangen, hatten dann an der Kisurisstuga etwas nach dem richtigen Weg zu suchen, denn hier verließen wir ja den Padjelantaleden. Dann gingen wir den noch ganz gut zu erkennenden Weg (wie die Wege hier halt so sind) Richtung Süden, bis der dann kurz hinter der "Rengärde" nördlich Skuollavaldda endete (er geht also deutlich weiter als auf der 2006er Karte eingezeichnet).

Dieses "Rengärde" hatten wir zuerst gar nicht gesehen - bis wir uns schließlich darin wiederfanden. Zum Glück gab es einen orange markierten Durch- und Ausgang, so daß wir dann in einem kleinen Samendorf standen - besser, in einem Rohbau-Dorf: bestimmt 20 Kotengestelle standen dort herum, zwei Plumpsklos und einige Kisten mit Material zum Kotenbau.

Heute dann weiter südlich geluafen - eher gestolpert, das Terrain ist schwierig: Viele überwachsene Steine und Löcher dazwischen, heute auch kein Weg mehr, von Rentierpfaden zwischen zwei naheliegenden Punkten abgesehen.

Dort, wo der Fluß aus dem Alep Lavdakruvtasj kommend in den Lavdajahkka mündet (unterhalb des Zulaufs) den Lavdajahkka durchwatet - bei den niedrigen Wasserständen jetzt gut machbar, sonst wohl sehr schwer. Mir ging das Wasser an die Oberschenkel, Miriam bis zur Hüfte - aber wenig Strömung.
Unter dem Renzaun hindurchgekrochen (am Barajavvre ist auch ein richtiger Durchgang) lagern wir nun am Njagejagasj, es ist jetzt kurz nach acht, dämmert aber schon. Sonnenuntergang ist offiziell (laut GPS) um 20.30 Uhr.

Zu essen gab es vegetarische Bolognesenudeln (mit Soja), gleich noch einen Puddingnachtisch - Miriams Geburtstagsessen.

Morgen dann wollen wir die Alkavare-Kapelle erreichen, übermorgen den Cache auf dem Alkavare heben.
Den Rückweg mußten wir umplanen: Nun ab Alkavare Kapelle an einem Tag bis Mikkastuga, dan durch das Ruohtesvagge über Kisuriskatan und Kisurisstuga und zum Padjelantaleden.

Alkavare, unterhalb der Kapelle, 31.08.08, 20.45 Uhr

(GPS 08-04): O1560455 N7472194 SG, 819 mNN

Heute in 6.25h (ohne Pausenzeit) zur Kapelle gegangen durch schweres Gelände, sehr anstrengend, obwohl es uns ganz gut gelang, wie geplant die Höhe zu halten. Zur Kapelle mußten wir dann auf Seehöhe absteigen zum Durchwaten des Gainjsagasj.

Auf dem Alkajaure liegen nur noch zwei Boote.

Nachdem das Zelt aufgebaut war, besuchten wir dann noch die Kapelle - sogar den Gästebucheintrag von 2002 konnten wir wiederfinden.

Der Aufstieg zum Cache wird aus Zeitgründen wohl ausfallen müssen - das wäre sonst der letzte Tag Puffer für "unvorhergesehene Zwischenfälle" oder Regen - und wir haben ja noch einige Strecke vor uns. Miriam ärgert sich sehr.

Nachtrag zu gestern: Auf dem Weg hinter der Kotensiedlung fanden wir zuerst die Reste eines Holzschlittens, sehr groß und mit Eisenbändernn an den Kufen - aber ziemlich zerbrochen und heute wohl auch überholt. Auf halbem Weg zur Renvaktarstuga am Lavdajakavrasj dann in einen Hang eingelassen entweder zwei Vorratsgruben oder ein Ofen mit Schornstein oder ein Räucherofen aus Stein gesetzt - und direkt darunter ein Picknickplatz.

Es wird zu dunkel zum Weiterschreiben (21.02 Uhr)...

Ganz viele Rentiere kamen heute auf vielleicht 10m zu uns heran, blieben stehen (wir auch), schnuffelten (wir nicht) und drehten erst dann ganz gemächlich ab.

Sehr schön vorhin auch: Abendrote, schneebedeckte Berge, die sich im Alkajaure spiegeln.

Jetzt sehe ich gleich wirklich nichts mehr und kriege einen Krampf in der Hand vom ungewohnten Schreiben ohne Computer.

Im Alkavagge, 01.09.08, 20.30 Uhr

(GPS 08-05): O1572943 N7473559 SG, 774 mNN

Der Anfang des Wegs heute (ca. die ersten 4 km Richtung Mikkastuga laut GPS, tatsächlich die ersten vier Stunden) waren kaum zu finden und sehr schlecht zu gehen.

Etwa nach unserer Mittagspause wurde das Terrain dann gangbarer, nur noch wenig Gebüsch und Sümpfe, das Ziel Mikkastuga war aber nicht mehr zu schaffen.
Gegangen sind wir (Pausen abgezogen) 6.45 h, dann war ein guter Zeltplatz vor einer, der Erinnerung nach längeren felsigen Strecke gefunden. Auf der anderen Seite des Tals ein weiteres grünes Zelt, zwei Erwachsene und ein Kind, wie es von hier aussieht, aber wir besuchten uns nicht.

Auf den Bergen ringsum liegt Schnee, und auch hier im Zelt ist es ganz schön kalt. Ich ziehe mir jetzt die Handschuhe wieder an, bis das Essen fertig ist.

Im Ruohtesvagge, 02.09.08

(GPS 08-06): O1577718 N7479813 SG, 864 mNN

Gegangen heute (reine Wanderzeit) 5.40 h, an der Mikkastuga hatten wir eine längere Pause gemacht, um einen Geocache in der Nähe zu heben.

Heute morgen beim Aufstehen war das Außenzelt komplett bereift, innen wie außen - zum Glück hatte nach dem Frühstück dann die Sonne unseren Zeltplatz erreicht, und das Eis taute ab, das Zelt wurde wieder trocken.

Gegen Mittag fanden wir beim Waten durch einen Fluß an der Seite noch eine Eisschicht auf dem Wasser, so dick, daß man sie hochheben konnte (einige Millimeter).
Dieses Jahr haben wir fast durchgehend den Pfad im Guohpervagge gefunden, so daß wir diesmal ganz gut durchkamen, wenn wir auch etwas unterhalb der Stuga auf den Fluß trafen - der Weg war aber so deutlich besser als in 2002, als wir so viel zu hoch durch das Tal gelaufen waren.

Etwa 15 Minuten hinter Mikkastuga fiel mir auf, daß ich meinen Hut in der Hütte vergessen hatte - also zurück marschiert und den Hut geholt (Miriam war mit den Rucksäcken dann an einem Stein geblieben) - und siehe da: In der Hütte fand sich nicht nur mein Hut, sondern auch unsere Schololadenvorräte, die wir da ausgepackt hatten...

Heute kamen uns, als wir das Zelt schon aufgeschlagen hatten, zwei andere Wanderer entgegen, bis auf einen Gruß wurden aber keine Worte gewechselt.

Unterwegs, 03.09.08, 18.50 Uhr

(GPS 08-07): O1568417 N7491973 SG, 798 mNN

Heute bis etwa mittags Sonnenschein und gutes Wetter, danach kamen Wolken auf und ein starker Wind blies kalt von hinten. Dank gut zu findendem Pfad dennoch ganz gut vorwärtsgekommen, bis nach 6.45 h reiner Wanderzeit auch noch Regen dazukam und wir das Zelt aufbauten.

Die Renvaktarstuga auf dem Weg ("Stugan Else" aus den Jahren 2001 und 2002) war dieses Mal wieder offen, so daß wir dorch - windgeschützt - die Mittagspause abhielten.

Morgen sollten wir Kisurisstugan und den Padjelantaleden erreichen - und erreichen können. Ich hoffe nur auf schönes Wetter für die verbleibenden zweieinhalb Tage im Norden!

Am Padjelantaleden, 04.09.08, 19.30 Uhr

bei (GPS 08-01)

In kaltem Wind, diesmal von vorn, und meistens leichtem Regen, gemischt mit Graupelschauern, in 4.10 h bis zur angepeilten Stelle am Padjelantaleden gegangen. Der Weg war dabei allerdings erfreulich gut zu finden.

Unterwegs bremste uns eine kleine Herde aus 13 Rentieren immer wieder aus, die unseren Weg kreuzte und die man ja nicht vertreiben soll - also jeweils warten, bis sie von allein weiterzogen. Eines hatte wohl ein frisches Geweih, jedenfalls hing der Bast in roten Fetzen noch daran.

Morgen geht es in aller Ruhe bis zur letzten Brücke vor Akkastugorna, vieleicht essen wir dort noch etwas - ab dort fährt dann übermorgen das Boot um 14.00 Uhr als erster Schritt Richtung Stockholm.

Hamburg, 12.09.08, 12.00 Uhr

Nachtrag

Wanderzeit nach dem letzten Eintrag bis vor die letzte Brücke waren 3.42 h, ab dort am nächsten Tag 2 h bis zum Bootsanleger.