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Sarek 2001
Reise nach Nordschweden, 26. August bis 09. September 2001.
Sarek 2000
Sarek 2002
Sarek 2004
Sarek 2007
Hinweis: Alle GPS-Koordinaten sind entsprechend der üblichen Wanderkarte für
den Sarek (Fjällkartan BD 10, Sareks nationalpark, Topografisk karta
1:100000) Angaben im Swedish Grid nach dem RT 90
Koordinatensystem.
Hamburg, 12.08.2001, 1935 MET DST
Die Tickets sind bis auf die Zugfahrt zurück, die wir erst kurzfristig vor
Ort buchen wollen, gekauft. Für zwei Personen fielen hierbei folgende Kosten
an:
Strecke(n) DM
Bus Hamburg-Stockholm & zurück 522.00
Zug Stockholm-Gällivare Schlafwagen 274.00
Das Buchen der Zugverbindung von Deutschland aus verlief dieses Jahr
problemlos, die Deutsche Bahn kann jetzt offenbar auch bei der Tågkompaniet
buchen. Wichtig: Unter 26 Jahren gibt's Ermäßigung, das hatte das Reisebüro
im letzten Jahr offenbar vergessen.
Hamburg, 19.08.2001, 1522 MET DST
Tourplanung: Jeweils am Abend des aufgeführten Tages wollen wir am
angegebenen Ort das Lager aufschlagen:
(So-Di NM: Anreise)
Di (28.8.) hinter Akkastugorna
Mi hinter Kisurist.
Do am Nijak
Fr Vargtoppen
Sa Renvaktarstuga nördl. Ajganjalmme
So vor Alggajaure
Mo vor Querung des Miellädno
Di Renv.stuga bei Tjågnårisskajdde
Mi am Alep Njatosjaure
Do vor Querung Luohttojåkkå
Fr auf dem Aufstieg zum Säkok
Sa nördl. Pårek
So am Uhna Dahta
Mo Kvikkjokk
(Di-Do: Abreise)
Drei Regen- und Pausentage nach Bedarf.
Tågkompaniet Zug 94, hinter Murjek, 28.08.2001, 0749 MET DST
Reisen im Schlafwagen ist sehr bequem. Die Busfahrt letzte Nacht
Hamburg-Stockholm war eine Tortur ohne Schlaf, aber hier -- morgens duschen,
Frühstück mit dem besten Kaffee der Welt. Um 0842 Ankunft in Gällivare, dann
noch mit dem Bus bis Ritsem, dann Boot, dann zu Fuß. Das Wetter ist wolkig,
aber trocken, allerdings sind wir auch noch weit vom Sarek entfernt.
Vor Kisurisstugan, 29.08.2001, 1113 MET DST
(GPS: O1560201 N7497089 SG)
Gestern den ganzen Tag Regen, auch die Nacht durch. Die neue Jacke ist nicht
wasserdicht, wir beide waren bis auf die Haut durchnäßt. Der Weg war
einfach, nur auf dem Padjelantaleden, bis hinter der ersten Brücke vor der
Kisurisstuga, wo wir lagerten. Hier werden wir den Padjelantaleden verlassen
und östlich in den Sarek gehen.
Momentan ist es immerhin trocken, mal schauen, wie lange -- der Himmel ist
dunkelgrau, nur im Westen (der falschen Richtung) etwas heller. Von Sonne
keine Spur. Etwas nettes gibt es allerdings zu berichten: Es wimmelt nur so
von Lemmingen, auf und an den Wegen, selbst im Vorzelt. An unseren Vorräten
schien der aber kein Interesse zu haben.
Am Kisuris, 30.08.2001, 1053 MET DST
(GPS: O1565528 N7494466 SG)
Letzte Nacht wieder Regen, aber wir waren schon im Zelt. Die Schuhe scheinen
trotzdem nicht trocknen zu wollen. Heute ist es wieder bewölkt, aber etwas
wärmer als gestern. Im Westen blauer Himmel und Sonne, aber wir gehen nach
Osten.
Rundherum auch hier Lemminge, heute morgen auch Rentiere, 10 Stück rund um
uns herum etwa. Auf einen Lemming wäre ich fast getreten, hatte ihn nicht
gesehen, bis es neben meinem Schuh plötzlich quiekte. Passiert ist ihm aber
nichts.
Der Weg ist sehr unangenehm, sumpfig und naß. Immerhin ließen sich die
Flußquerungen noch ohne Waten schaffen -- durch das eiskalte Wasser zu
stapfen, stelle ich mir äußerst unangenehm vor. Gestern nur 3h35m gelaufen.
An der Renvaktarstuga am Ruotesvarasj, 31.08.2001, 0911 MET DST
(GPS: O1571124 N7486576 SG)
Gestern trocken, sehr leicht zu findender Weg die meiste Zeit. Die Hütte,
die wir gestern abend (nach 7h15m Wanderzeit) fanden, war offen, mit vier
Betten (mit Matratzen!), Stuhl, Tisch, Regalen und Petroleumofen. Sonst
reichlich Wanderermüll und leere Whiskyflaschen (vornehmlich "Johnny
Walker"). Auf dem Weg hierher wieder massig Lemminge, die ihre
Höhleneingänge wild quiekend (wie das Meerschwein etwa) gegen unsere
Wanderstiefel verteidigten. Gestern gab es dann auch die ersten Flüsse zu
durchwaten, mit Turnschuhen und Stöcken -- kalt!
Heute wollen wir es, wenn noch nicht bis zur Mikkastuga, so doch zumindest
bis zur Höhe des Vargtoppen schaffen, wie auch ursprünglich geplant. Im
Moment nieselt es aber, ich denke, wir werden noch in Ruhe den Tee
austrinken und auf Trockenheit warten, bis wir aufbrechen. Wenn das Gelände
aber so schlammig bleibt, sehe ich eh schwarz für die wirklich (nach Karte)
nassen Stellen. Die Hütte heißt übrigens "Stuga Else".
Am Påisajåkåtj, 01.09.2001, 0920 MET DST
(GPS: O1577278 N7480839 SG)
--Frühstück ist fertig, ich schreibe gleich weiter--
So, Babybrei "Schoko-Loopinos" und Haferflocken, lecker, warm und sättigend.
Nach einer kleinen Pause kochen wir noch einen Tee, draußen regnet es
nämlich schon wieder, nur von kurzen Pausen unterbrochen. Die Wolken hängen
sehr tief, das Tal, durch das wir kamen, liegt im Nebel. Auch wenn wir noch
in dem Plansoll liegen, werden wir heute mittag wohl umdrehen, je nach
Wetter mit Besuch an der Mikkastuga oder direkt von hieraus zurück ohne
Überquerung des Påisajåkåtj. Die hatten wir uns eigentlich für heute morgen
vorgenommen, sind dafür um 0700 aufgestanden, nur um draußen Regen zu
finden. Nun ist es 0940, und an ein Losgehen ist noch nicht zu denken.
(FYI: Mikkastugan lt. Karte O1579000 N7477000 SG, 4.2km Luftlinie)
Ebd., 01.09.2001, 1304 MET DST
Es ist erstmals seit 20 Minuten trocken. Sollen wir losgehen?
Sicherheitshalber legen wir noch ein Spiel "Vier gewinnt" auf Papier ein.
Wenn wir gehen, dann zurück. Noch könnten wir es bis zur Hütte von letzter
Nacht schaffen.
Ebd., 02.09.2001, 0834 MET DST
Der ganze Tag gestern und die ganze Nacht bis jetzt Regen, der Himmel ist
grau in grau. Wir kochen Frühstück und hoffen auf besseres Wetter -- um 1000
wollen wir aber auf jeden Fall losgehen, um noch heute wieder die Hütte zu
erreichen (8.44km laut GPS, aber mit Flußquerungen etc.).
Stugan "Else", 02.09.2001, 1643 MET DST
(GPS: O1571124 N7486576 SG)
Kalter Wind, Regen. Zurück in der Hütte. Morgen weiter Rückweg, wenn das
Wetter es zuläßt. Gelaufen heute: 3h40m.
Am Padjelantaleden vor Kisurisstugan, 04.09.2001, 0952 MET DST
(GPS: O1560201 N7497089 SG)
Gestern in 7h10m von der Hütte zurück an den Padjelantaleden gegangen und
dort das Zelt aufgeschlagen. Es war tatsächlich den ganzen Tag trocken,
zumindest solange man nach Westen weiterlief -- von hinten kamen die
Regenwolken nach.
Heute im Zelt wieder nachts wieder Regen: Der Himmel ist vollständig grau,
wenn auch nicht so dunkel wie im Tal die letzten Tage. Wir wollen es heute
noch bis zum Anleger in Änonjallme schaffen, um morgen das Frühboot nehmen
zu können. Ich freue mich auf eine heiße Dusche.
Hamburg, 08.09.2001, 1828 MET DST
Seit gestern morgen, 0520, wieder zuhause. Sachen auspacken, Wäsche waschen,
Dinge trockenlegen. Die Rückfahrt war ereignislos. Vielleicht wird's
nächstes Jahr klappen mit der Sarek-Durchwanderung.
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