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Sarek 2002
Reise nach Nordschweden, 6. bis 17. August 2002
Sarek 2000
Sarek 2001
Sarek 2004
Sarek 2007
Hinweis: Alle GPS-Koordinaten sind entsprechend der üblichen Wanderkarte für
den Sarek (Fjällkartan BD 10, Sareks nationalpark, Topografisk karta
1:100000) Angaben im Swedish Grid nach dem RT 90
Koordinatensystem.
Am See, 06.08.2002, 2100 MET DST
(GPS 02-01; O1586241N7437248SG)
Wir haben das Lager dort aufgeschlagen, wo ich in 2000 gebadet hatte, eben
haben wir uns im See aber nur gewaschen - es war schon zu wenig sonnig.
Jetzt sitzen wir zwischen Felsen und zwischen Abendbrot (Pfifferlingsuppe)
und Nachtisch (Kaltschale, Himbeer). Das Zelt steht schon.
Auf dem Weg hierher haben wir einen kleinen Frosch gesehen, der quer über
die Bohlen hüpfte und den Miriam sehr niedlich fand.
Den ganzen Tag war es sonnig, ein angenehmer, warmer Wind und ganz trocken.
Bergauf kamen wir ziemlich ins Schwitzen, aber allemal besser als der
Dauerregen im letzten Jahr - hoffentlich bleibt es so!
Gelaufen heute vier Stunden, Planziel für morgen ist zwischen Pårek und
Säkokjåkkå, etwas weiter als in 2000 in der zweiten Nacht.
Hinter Pårek, 07.08.2002, 2116 MET DST
(GPS 02-02; O1582831N7446728SG, 900 m ü.NN)
Heute gelaufen von 1045 bis 1900. Gelaufen davon 0621. Das Wetter wie
gestern, sonnig und warm, die Sümpfe ziemlich trocken. Ein entgegenkommender
Wanderer (der sogar Deutsch sprach) meinte, auch der weitere Weg sei gut,
aber er traue dem guten Wetter nicht. Noch eine gute Nachricht von ihm: Am
Alkajaure liegen Boote zur Querung, und er habe dort in der Kapelle gerade
eine Hochzeit gesehen.
Seit dem Weg durch die Sümpfe eine sehr ertragreiche Stelle mit Multebeeren,
schon auf dem Weg viele am Rand, doch hier so viele auf einer Stelle, daß
wir uns ordentlich vollfuttern konnten und dann auch satt waren.
Ziel für morgen soll die Renvaktarstuga hinter dem Säkok sein, wenn diesmal
die Route über denselben zu finden ist. An dieser Stelle werden wir evtl.
das GPS, genau aus dieser Erfahrung in 2000 heraus gekauft, einsetzen. Wenn
alles sehr gut läuft, auch bis Njåtjosstugan, aber das wäre übererfüllt.
-- Wir können die Mückenstiche nicht mehr zählen, aber zumindest ich spüre
eigentlich kein Jucken --
Nachtrag: Nav-Ziele für Säkok:
02-P01: O1578000N7447000SG
02-P02: O1577000N7446800SG
02-P03: O1575000N7447850SG
Am Njåtjosjåkkå, 09.08.2002, 0838 MET DST
(GPS 02-03; O1572114N7451897SG, 647 m ü.NN)
Gestern reine Laufzeit 0700, dann um etwa 2100 (losgegangen waren wir um
1010) unser Zelt aufgeschlafen zwischen dem gestrigen Tagesziel und der
Njåtjosstuga, direkt am Njåtjosjåkkå. Der Weg ïst hier miserabel, das
Unterholz, hüfthohe Weiden und kopfhohe Birken, machen das Vorwärtskommen
sehr schwer. Zudem wimmelt es hier von Mücken. Der eigentliche Weg muß hier
etwas weiter oberhalb liegen, Miriam hatte gestern abend auf einem Hügel, an
dem wir zelten, schon etwas entdeckt, das zumindest mehr nach Weg aussah als
das hier.
Ziel für heute sind die drei Njåtjosjaure (Form? Endung?) - welcher, wird
sich zeigen, der mittlere wäre schon ïn Ordnung.
Am Njåtjosjåkkå, 09.08.2002, 1821 MET DST
(GPS 02-04; O1569906N7454935SG)
Zwischen 1000 und 1030 losgegangen. 0417 gelaufen. Der Weg durch das
Unterholz war äußerst beschwerlich, unsere Beine sind vollkommen zerkratzt,
ich hatte einen Ast im Auge. Meinen Bart bemerke ich jetzt, sobald ich den
Kopf bewege.
Da wir heute keine Chance haben, den Luottojåkkå zu durchqueren, werden wir
morgen um vier Uhr aufstehen und hoffen darauf, daß das Wasser dann weniger
reißend und viel ist. Ansonsten bleibt nur der Weg flußaufwärts.
Ziel für morgen ist dann, wenn die Querung gut verläuft, der Tjågnårisvarasj
- nördlich der Flußquerung hier kommt noch eine Steigung, danach ist der Weg
leicht zu finden, fast eben und gut.
Am Luottojåkkå, 10.08.2002, 0705 MET DST
Um vier Uhr aufgestanden, gefrühstückt und etwas flußabwärts der Brücke über
drei Inseln den Fluß überquert. Zur Zeit der Schneeschmelze muß der gewaltig
sein... Das Waten hat 45 Minuten gedauert.
Jetzt am Hang gegenüber in der Sonne die langen Hosen aus und die kurzen an
-- gewatet waren wir in Unterhose, aber mit Pullover. Noch sind wir
zuversichtlich, was das "Tagesziel" angeht...
Am Gasska Njåtjosjaure, 10.08.2002, 1141 MET DST
(O1564693N7458860SG)
Mittagspause, nach 0447h Wanderzeit (ohne Pausen gemessen) wohl redlich
verdient. Es gibt Sauerkirschkaltschale.
Immer noch herrliches Wetter, wir sind froh, die Mittagshitze jetzt im Zelt
verbringen zu können. Vielleicht ist das frühe Aufstehen gar keine so
schlechte Sache.
Zur Erinnerung - und für nachfolgende Besucher: Der Pfad führt tatsächlich
direkt am Ufer des Lulep Njåtjosjaure vorbei und geht danach über ein
Geröllfeld ziemlich tief am Wasser weiter. Ich empfehle und wünsche mir
jetzt hier ein Moskitonetz, dort direkt am Wasser sind unzählige winzige
Mücken, die zwar nicht stechen, aber widerlich sind beim Einatmen und in den
Ohren. Auch hängen mir etliche in den Haaren an den Beinen - MyggA hilft gar
nichts! - jedenfalls nicht hiergegen. Gegen die "normalen" Mücken hier schon
sehr gut.
Angenehmer: In vielleicht zehn Metern Entfernung lief ein Rentier mit
gewaltigem Geweih an uns vorbei. Es hat zwar mal hergeschaut, aber sich
nicht weiter um uns gekümmert - der Wind stand auch günstig.
Die Kaltschale ist fertig!
Nachtrag: Alkastugan O1560600N7471100SG, 12km Luftlinie lt. GPS
Am Tjågnårisjavrasj, 10.08.2002, 1807 MET DST
(GPS 02-05; O1560744N7463563SG)
Gesamt gelaufen heute 0731h. Der Aufstieg hierher von den drei Seen hoch war
sehr anstrengend, kein Weg zu sehen. Auf einem Geröllfeld bin ich gefallen
und habe mir beim Abfangen die rechte Hand am Daumen etwas aufgeschürft -
das heilt aber schon jetzt ganz gut und hat ein gedankenloses Schuhputzen
(mit der falschen, weil verletzten Hand) überstanden.
Hier findet man wieder viele Lemmingbauten, aber keinen einzigen lebenden
Bewohner, nur ein paar Überreste ab und zu, genauso wie einen bis auf den
Unterkiefer kompletten Rentierschädel, vollständig skelettiert und also gar
nicht eklig -- nur etwas furchteinflößend: Zu gerade der Zeit gingen am
anderen Seeufer drei größere Geröllawinen mit gewaltigem Getöse nieder, und
wir selbst kletterten eben auch über frisch erscheinende Geröllfelder.
Hier jetzt ist die Gegend ruhiger, der Wind, vorhin sehr frisch und bei
bedecktem Himmel ziemlich kühl, hat wieder nachgelassen; das Essen (Nudeln
asiatisch und Kartoffelbrei) brodelt auf dem Kocher.
Ziel für morgen ist die Überquerung des Alkajaure - was dann, sehen wir vor
Ort. Die Kapelle würden wir gerne anschauen, ob und wieviel wir dann noch
weitergehen, hängt von der Zeit und dem Wetter ab, denke ich.
Ab einem kleinen Hügel morgen früh geht es laut Karte bis zum See nur noch
bergab. Ich hoffe bloß, die Boote liegen dort wirklich...
Unterwegs, 11.08.2002, 1021 MET DST
Peilung Renvaktarstuga 02-P05: O1560050N7466450SG
Alkastugan, 11.08.2002, 1428 MET DST
Eine Hütte mit zwei Betten, einem Rentierfell und einer Wolldecke - plus
Tisch und etwas Kleinkram. Sehr gut jedenfalls, um einmal die Füße
auszulüften und die Mittagskaltschale zu machen.
Ein Wanderer (Schwabe, der Sprache nach) unterwegs meinte, durch den See
(oder den Fluß) gleich könne man wohl schneller waten - es sei zu flach für
die Boote, er sei mit diesen ständig an Steinen aufgelaufen. Bei dem schönen
Wetter jetzt ist Waten dort bestimmt auch sehr angenehm, zumal ja nicht
direkt Schmelzwasser, sondern der vielleicht "vorgeheizte" Fluß/See gequert
werden muß. Auch was die Flüsse am Ruotesvagge angeht, beruhigte uns der
Mensch: Er sei durch alle in Wanderschuhen gegangen.
Am Alkajaure, 11.08.2002, 2013 MET DST
(GPS 02-06; O1560769N7471958SG)
Seefahrt tut not! Nach 0437 haben wir das andere Ufer erreicht (gesamte
Wanderzeit heute) und das Zelt aufgeschlagen, um hier die Kapelle
anzuschauen.
Diese wurde 1787 erbaut, ist in der ersten Hälfte des 20. Jh.
zusammengefallen und wurde dann 1967 wieder aufgebaut von einem
Fjällwanderverein. Ein Stein drinnen trug noch eine Inschrift aus dem 19.
Jh., wohl auch von Wanderern. Die ganze Kapelle war zwar schlicht, aber sehr
hübsch: Mit Kerzen an den Wänden und in einem Leuchter an der Decke, viel
Grünzeug und zwei Gästebüchern. Ein Altar und Kirchenbänke gehörten ebenso
zum Inventar wie ein zerlegbarer (und zerlegter) Glockenstuhl, zu dem die
Glocke mit zwölf Leuten hierhergetragen(!) worden war. Alles in allem eine
Sehenswürdigkeit.
Das Bergbaugebiet hinter der Kapelle (und älter!) war noch interessant wegen
vieler großer Steinbrocken, ordentlich aufgeschichtet, die wir für
verschlossene Grubeneingänge hielten... Da will ich, wenn wieder zuhause,
mal genauer nachforschen.
Ziel für morgen ist die Mitte des Alkavagge von hier bis zur Mikkastuga - da
wollen wir übermorgen abend sein.
Am Alkavagge, 12.08.2002, 1809 MET DST
(GPS 02-07; O1569684N7471865SG)
Das Tagesziel ist erreicht, wir machen hier Halt, da mir beide Knöchel (der
linke besonders) bei jedem Schritt stark wehtun. Der Weg war zunächst
anstrengend durch sehr viel Weidenbüsche im Weg - abwechselnd oder vermischt
mit Sumpfgebieten. Später verschwanden die Büsche - der Sumpf wechselt sich
jetzt mit Wiesen ab, auf einer solchen haben wir das Zelt aufgeschlagen.
Die zwei Wanderer, die wir schon gestern in der Kapelle getroffen hatten
(sie übernachteten auch nahe des Bootsliegeplatzes), haben wir in ihrer
Mittagspause wiedergetroffen. Überhaupt ist hier sehr viel Verkehr: Ein
Pärchen hatte uns eben hier lagernd überholt, dem wir bei der Flußquerung
ein Dreiecktuch gegeben hatten, da die Frau gestürzt war (in Fluß) und nicht
klar war, wie es mit ihrem Handgelenk stand - also war Ruhigstellen das
Mittel der Wahl, gegebenenfalls wollte "er" dann morgen bis Mikkastugan
vorlaufen und "the chopper" rufen. (Mikkastugan wird zwar auf der Karte als
"Låst" geführt, ein Nottelephon (per Funk) ist aber noch dort.)
Auch in der Gegenrichtung kamen uns zwei Wanderer entgegen, auf der anderen
Seite des Flusses am Hang haben wir je drei in beide Richtungen gesehen. Ich
frage mich, was man auf der Seite will...
Für den Weg morgen sehe ich wieder reichlich Weidengebüsch vor uns - das
Ziel ist trotzdem klar: Mikkastugan.
Nachtrag, 1840 MET DST
Wir haben im See gebadet (im Alkajaure)! - deshalb sind wir heute auch nur
0419h gelaufen.
An der Mikkastuga, 14.08.2002, 0953 MET DST
(GPS Mikkast)
Es regnet. Gestern schon seit dem Vormittag die ganze Zeit, wir sind über
glitschige Felsen zur Stuga gerutscht. Die Nacht über war es trocken, aber
seit etwa acht Uhr, als der Wecker klingelte, wieder ununterbrochen Regen.
Reine Wanderzeit gestern waren 0503h.
Theoretisch sollte unser nächstes Ziel, Stugan "Else", in rund sechs Stunden
zu erreichen sein - vier Kilometer von hier entfernt war im letzten Jahr
unser letztes Zeltlager, bevor wir umkehrten. Bleibt nur zu hoffen, daß
dieser Regen bald wieder aufhört und dann die zu querenden Flüsse nicht zu
voll sind zum Durchgehen - am liebsten ohne Waten!
So bleibt als Tagesziel die Renvaktarstuga -- wenn wir heute noch losgehen
können.
Ebd, 14.08.2002, 1407 MET DST
Es ist momentan trocken -- wir packen mal zusammen und brechen auf -- doch
da klingt es schon wieder sehr nieselig. Ein paar andere Wanderer scheinen
auch hier gestrandet und unterhalten sich draußen auf schwedisch - oder
englisch?
Am Sjnjuvtjudisjåkkå, 15.08.2002, 2005 MET DST
(GPS 02-10; O1567186N7493846SG, 750 m NN
Zunächst Daten: Gestern 0138h gelaufen, übernachtet bei GPS 01-04
(O1577278N7480839SG (=02-09)).
Der Tag gestern war auch weiterhin völlig verregnet: Wir sind gegen halb
vier losgegangen und kurze Zeit später fing der Regen wieder an. Nach der
Flußdurchwatung hatten wir daher, völlig durchnäßt, das Lager wieder
aufgeschlagen.
Der heutige Tag fing trüb an, doch ab dem frühen Nachmittag, als wir die
jetzt verschlossene Stuga "Else" (vgl. 2001)
erreichten, kam die Sonne wieder heraus, so daß ich am Nachmittag nicht nur
wieder eine trockene lange Hose hatte, sondern in kurzer solcher und T-Shirt
wanderte. Insgesamt sind wir (von längeren Pausen unterbrochen, aber diese
nicht mitgerechnet) 0608h gelaufen.
Ziel für morgen ist schwer auszumachen -- auf jeden Fall auf dem
Padjelantaleden, so daß wir übermorgen das Boot erreichen. Ich hoffe ja, daß
wir morgen schon bis Änonjalme kommen -- aber das ist eher unrealistisch,
fürchte ich.
Akkastugorna, 16.08.2002, 1939 MET DST
kein GPS
Sind in einer letzten Anstrengung bis Akkastugorna gegangen und haben uns
dort eingekauft (2 Personen, eine Nacht, 490 SKR!), da es draußen finster
nach Regen aussah und auch schon geregnet hat. Der Weg hat 0541h reine
Wanderzeit gedauert.
Morgen früh um 0800 legt das Boot aus Ritsem in Änonjalme, 2 km entfernt von
hier, an -- wir werden versuchen, dann dort zu sein, um den Rückweg über
Birthe und Tilmann (bei Hagfors) anzutreten. Hoffentlich hat sich die graue
Wolkenmasse draußen dann über Nacht weggeregnet und wir bekommen wieder das
gute Wetter, das wir heute den ganzen Tag über hatten.
Photos folgen, sobald in digitalisierter Form verfügbar.
Last updated: 2008-08-04--16:24
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