Reise nach Nordschweden, 6. bis 23. August 2007
Sarek 2000
Sarek 2001
Sarek 2002
Sarek 2004
Hinweis: Alle GPS-Koordinaten sind entsprechend der üblichen Wanderkarte für den Sarek (Fjällkartan BD 10, Sareks nationalpark, Topografisk karta 1:100000) Angaben im Swedish Grid nach dem RT 90 Koordinatensystem.
Wieder war die Digitalkamera dabei, daher auch wieder Photos im Netz.
(GPS 02-02): O1582831 N7446728 SG, h 902 mNN
Obwohl heute schon die dritte Nacht im Zelt bevorsteht, erst jetzt der
erste Eintrag hier. Die letzten beiden Übernachtungen waren bei:
(GPS 07-01) X7434887 Y1586631 SG
(GPS 07-02) X7438946 Y1586554 SG
Man sieht: Wir lassen uns Zeit - es fährt aber auch erst am 20.8. morgens
der Bus zurück ab Kvikkjokk, so daß es reicht, wenn wir am 19. wieder dort
sind.
Jetzt (mittlerweile ist es der 11.8.) nieselt es draußen, während gestern
eigentlich ständig strahlender Sonnenschein herrschte. Unten in den Wäldern
und Sümpfen unzählige Mücken, unzählige Stiche auch bei uns (ich konnte
zeitweise die Armbanduhr nicht anziehen, weil das Handgelenk zu sehr
geschwollen war von den Stichen), aber auch viele verschiedene Schmetterline
(eine Bläulingsorte wirklich zahlreich) und große Libellen. In den Sümpfen
auch viele Frösche, von winzig klein bis ziemlich groß, gesehen, in vielen
verschiedenen Musterungen, also bestimmt auch verschiedene Sorten.
Zum ersten Mal im Sarek ist mir dieses Jahr mutmaßlich ein Riesenbärenklau
an einer Flußquerung aufgefallen. Ich hoffe, der nimmt nun nicht auch hier
überhand, wir haben ihn aber vorschriftsgemäß stehenlassen.
Heute wollen wir es bis zu dem Basislagerplatz für den Aufstieg zum
Observatorium schaffen, sobald es draußen trockener aussieht.
Mein persönlicher Tip für's Tagesziel:
(GPS 07-P01) X7450000 Y1579000 SG
Wir sitzen im (neuen) Zelt und warten, daß sich der Nebel verzieht, der
im Laufe des Frühstücks immer weiter heruntergezogen war und uns jetzt
umgibt. Außerdem nieselt es leicht.
Anschaffung für's nächste Jahr: Wasserdichte und robuste Packtaschen für die
"Anbauteile" am Rucksack, wie Isomatte, Zelt, etc.
Da (zumindest Luftlinie) das Basislager-Ziel nur knapp 6 km von hier
entfernt ist, sollten wir es auch noch erreichen können, wenn wir relativ
spät hier aufbrechen.
(GPS 07-04): X7449307 Y1579071 SG, h 1121 mNN
Nun sind wir doch nicht mehr ganz bis zu dem angepeilten Ziel gegangen,
sondern haben 713m (laut GPS) vorher das Lager aufgeschlagen und erstmal zum
Basislager für die Besteigung erklärt.
Zwei Gründe hierfür: Es ist hier oben sehr neblig, so daß man kaum sieht, wo
der Aufstieg gut wäre - der Gipfel läßt sich überhaupt nicht sehen; wir sind
eigentlich nur anhand der Koordinaten sicher, im richtigen Flußeinschnitt
hochzugehen. Zweitens liegt vor uns die zweite von drei Flußquerungen vor
dem Ende dieses Tals. Dieser Fluß hier ist etwa halb (längs geteilt!) mit
Schnee gefüllt, die andere Hälfte recht reißend. Wir müssen bei Tageslicht
und ohne Nebel genauer ansehen, wie und wo wir den queren können.
Jetzt ist es 2205h: In der Zwischenzeit gab es noch Pilzcremesuppe mit
Kartoffel- und Erbsenpuree und Croutons als Abendbrot. Ich schließe jetzt,
denn ich kann kaum etwas erkennen.
Den ganzen Tag über umgab uns dichter Nebel, die Sichtweite vielleicht
bei 30 Metern, manchmal kurzzeitig mehr. Vorhin waren wir kurz draußen, um
Wasser zu holen und uns die Beine zu vertreten, aber jetzt haben wir uns
wieder ins Zelt verkrochen, eine Runde gewürfelt, und nun kocht Miriam das
Abendessen - auf ein Frühstück hatten wir verzichtet, nur etwas Schokolade
gegessen im Laufe des Tages.
Das neue Zelt tropft - zumindest im Innenzelt sind wir trocken, aber die
Rucksäcke im Vorzelt mußten wir abdecken mit den Regenjacken. Bei dem Preis
eine Reklamation wert, denke ich, selbst beim Zelten "in den Wolken" sollte
Regen nicht durch die Reißverschlüsse tropfen.
Am 16. sollten wir hier wieder aufbrechen, um rechtzeitig in Kvikkjokk zu
sein - ich hoffe, es klart rechtzeitig vorher auf, so daß wir auf den
Partetjakka und zum Observatorium können - der 15. wäre dafür der späteste
Termin.
Den Fluß, den es noch zu queren gilt, hatten wir uns vorhin angesehen: Er
ist unterhalb der Schneefelder, kurz vor der Mündung in den Säkokjakka, wohl
auch ohne Waten zu queren, so daß der Weg zum Gipfel klar scheint - wenn der
Nebel sich verzieht. Bei der derzeitigen Sicht graut mir allerdings selbst
vor dem Rückweg Richtung Parek.
Weiterhin Nebel, aber nicht mehr ganz so dicht. Der Gipfel jedoch nicht
zu sehen durch die Wolken.
Heute mittag sind wir ein Stück in Richtung Berg gegangen, etwa eineinhalb
Kilometer - ohne Gepäck überhaupt kein Problem und man kommt schnell voran.
Der wirkliche Aufstieg allerdings käme auch erst kurz nach der Stelle, wo
wir heute wieder umdrehten.
Am Vormittag kamen drei Wanderer an unserem Lager vorbei, Schweden, mit
denen ich mich etwas unterhielt. Sie kamen über den Einschnitt zwischen
Tjierna und Partetjakka, meinten aber, das sei dort unangenehm steil
abzusteigen gewesen. Eigentlich wollten die wohl bergsteigen, sind dann aber
vom schlechten Wetter daran gehindert worden - nun waren sie auf dem Weg
nach Kvikkjokk über Parek. Den Besuch des Observatoriums legten sie uns auch
im Nebel nahe, der Aufsteig sei nicht steil und ungefährlich, "immer an dem
Schneefeld lang".
Heute morgen war das Wetter vielversprechend: Leicht bewölkt, trocken,
und ab und an kamen blaue Flecken Himmel über uns hinweggezogen. Also sind
wir um 10 Uhr aufgebrochen, den Gipfel zu besteigen: Ein anstrengend
Aufsteig über die verschiedenen Körnungen Geröllfelder - aber um 13 Uhr
genau war das Observatorium erreicht - und auch der Geocache gelogged.
Von den ganzen Meßgeräten, die dort ursprünglich in Betrieb waren, scheint
nichts mehr heil zu sein: Den Niederschlagsschreiber erkannte ich zwar nach
einem Photo aus dem Web, aber in dem Schreibergehäuse war nur noch ein
Gewirr aus Holzbrettern, Drahtseilen und Metallrädern zu sehen, keinesfalls
mehr ein funktionsfähiger Mechanismus. Einzig intakt schien eine modernere
Wetterstation zu sein, mit Solarzellen auf der Tür. Da aus der irgendwie
auch Daten abgeholt werden müssen, muß wohl diese Station doch ab und zu von
wissenschaftlichem Personal besucht werden. Was genau das Ding messen
konnte, konnte ich den Fühlern aber nicht ansehen.
Das Haus selbst war rundum verschlossen, nach einer Aufschrift 1960
gestrichen worden, und man möge sich bei Bedarf an einen Professor in Upsala
wenden - siehe Photo.
Lange konnten wir uns leider nicht auf der Station aufhalten, denn es fing -
ziemlich überraschend - an zu regnen, so daß wir wieder mit dem Abstieg
begannen. Untenherum sind wir völlig durchnäßt worden, oben hielten die
Regenjacken trocken. Während des Abstiegs donnerte es kräftig - wir hatten
wohl ein kurzes Gewitter erwischt.
Nach kurzer Zeit (und reichlich Regen) hörte es allerdings langsam wieder
auf zu regnen, und noch etwas später kam die Sonne wieder heraus, die schon
den ganzen Aufstieg über geschienen hatte. So wurde auch der Abstieg ganz
vergnüglich, mit einem roten Schmetterling (den wir leider nicht genauer
bestimmen konnten, bevor er verschwand) und einem Lemming unterwegs.
Um 1600h wieder unten am Zelt angekommen, gab es nun gerade den schon
bewähren Elch-Nudel-Topf von Globetrotter und zum Nachtisch
Erdbeerkaltschale als Belohnung.
Auf dem hier benachbarten zugeschneiten Fluß haben Miriam und ich uns
übrigens gegenseitig mit je einem Schneeball beworfen - nur, um im August
mal eine Schneeballschlacht gehabt zu haben!
(GPS 07-05): X7445767 Y1584482 SG)
Die Mücken haben uns wieder. Heute Mittag waren wir um 12 Uhr
aufgebrochen vom letzten (langen) Lager, nach ziemlich genau fünf Stunden
(mit diversen ausgedehnten Pausen) haben wir diesen Zeltplatz hier gefunden
- wegen des Windes hätten wir nur vor oder nach den Sümpfen lagern können,
und damit der Rückweg nicht zu schnell geht, sind wir nun bei Parek
geblieben.
Morgen geht's dann durch die Sümpfe, aber wohl noch nicht wieder ganz bis
Kvikkjokk zurück.
Es regnet seit halb sechs Uhr morgens, ich war davon aufgewacht. Nun
sitzen oder liegen wir im Zelt herum, die kurzen Regenpausen bisher reichten
gerade zur Verrichtung der Notdurft.
Jetzt gerade hat der Regen wieder aufgehört, es war kurzzeitig sogar etwas
heller, aber wie sehr der Ruhe zu trauen ist, muß sich wohl noch
herausstellen.
Immerhin haben wir bisher offenbar sehr sparsam gelebt, so daß wir es uns
jetzt leisten können, aus Langeweile an den Vorräten zu knabbern.
(GPS 07-06): X7437265 Y1586241 SG
Heute morgen sah das Wetter vielversprechend aus, so daß wir gegen 10 Uhr
aufgebrochen sind. Inmitten der Sümpfe südlich Parek wurde der Himmel
dunkelgrau und es donnerte, so daß wir bei (GPS
04-02) das Zelt aufbauten, um für den Fall des Unwetters dort Zuflucht
suchen zu können - aber nach einem etwa halbstündigen Regenguß kam die Sonne
wieder hervor, so daß wir dann den Weg hierher fortsetzten.
Wir tranken vorhin eine Vitamintablette in dem Seewasser hier, ich hoffe,
das ist unschädlich: Es springen kleine Tierchen darauf herum und es liegt
(allerdings diverse Meter entfernt) seltsamer Müll drin: Bierdosen und
anscheinend Trinkbecher. Ansonsten scheint das Wasser aber genießbar, klar,
geruchlos, etwas eisenhaltig nach Farbe und Geschmack. Ansonsten nehmen wir
das Seewasser jetzt nur noch gekocht, in den Flaschen sind noch "gute"
Vorräte aus dem Sarek.
Auch hier wieder, in krassem Unterschied zum Hochgebirge: Unmengen von
Mücken.
Heute morgen in schönem Sonnenschein am See aufgestanden und in aller
Ruhe die Sachen gepackt, dann waren wir gegen Mittag losgegangen. Unterwegs
sind wir noch in einen leichten und kurzen Regenschauer gelangt, als sich
aber schon der große Fluß, der die Nähe zu Kvikkjokk ankündigte, vernehmen
ließ.
Nun sitzen wir in einem riesigen Appartement in der Fjällstation, wo wir uns
für zwei Übernachtungen eingekauft haben, bei heißem Tee und frischgekauften
Chips "Knoblauch und Preiselbeere". Draußen scheint die Sonne, und von hier
oben haben wir einen luxuriösen Blick über Fluß, Wasserfall und See auf die
umliegenden Berge.
Morgen werden wir wohl noch einen Tagesausflug unternehmen, übermorgen
vormittag geht der Bus über Murjek zum Zug in Richtung Stockholm.